Portrait

Eva Wagner sel.

Ehefrau

Heutzutage kann man kaum eine Zeitung aufschlagen, ohne dass einem nicht ein Artikel über Demenz ins Auge springt. Das war vor zehn Jahren, als wir den Verein Freunde Alterszentrum Doldertal gegründet haben, noch ganz anders: Demenz wurde damals als Arterienverkalkung abgetan, Alzheimer kannte man aus schlechten Witzen. Aber darüber ernsthaft sprechen, nein, dieses Tabu brach niemand. Schon gar nicht die Angehörigen von Demenzkranken.

Ich habe meinen Mann fast 11 Jahre durch diese Krankheit begleitet. Um ihn – und vielleicht auch mich – zu schützen, haben wir uns mehr und mehr aus der Gesellschaft zurückgezogen. Kontakt pflegten wir höchstens noch zu sehr guten Freunden und Angehörigen, die unsere Geschichte kannten. Irgendwann ist der Punkt gekommen, an dem ich sagen musste: So kann es nicht weitergehen!

Das Doldertal hat mich und meinen Mann vor der Vereinsamung bewahrt. Persönlich denke ich, dass der Eintritt in eine Institution oftmals zu spät erfolgt. Verantwortlich dafür ist mitunter sicher das schlechte Gewissen der Angehörigen.

Aufklärung ist in meinen Augen nach wie vor notwendig. Deshalb engagiere ich mich als Präsidentin im Verein Freunde Alterszentrum Doldertal. Betroffene sollen fachkundige Betreuung erhalten. Und Angehörige die Gewissheit, den richtigen Schritt getan zu haben, den Schritt raus aus der Isolation. Denn in die gerät schon mal, wer 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag, voll und ganz für einen Menschen mit Demenz da ist.

Filme von Eva

Alzheimer kommt einfach, da kann man nichts machen.

Über Ohnmacht

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Das Unverständnis des Umfeldes war belastend.

Über Unverständnis

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